Vom 6. – 11. August 2018 fand am Equestrian Field De La Bonde, Bézu-Saint-Éloi in Frankreich die Europameisterschaft in der Einzel und in der Teamwertung statt. Von Österreich wurden 4 Einzelreiter in der Klasse U17 und zwei Nachwuchs Teams in der Klasse U12 und U14 entsendet. Am Montag und Dienstag kämpften Reiter und Pferde mit der extremen Hitze. Wir hatten bis zu 40 Grad C. im Schatten und von dem ganz wenig. Der Campingplatz war hart wie Beton und sah einer Steppe gleich. Am Dienstag am Abend gab es sogar eine Sturmwarnung mit Evakuierungsplan. Gott-sei-Dank zog der Sturm etwas nördlich an uns vorbei. Am Donnerstag Vormittag kam die Abkühlung in Form eines sintflutartigen Regens. Die beiden Arenen wurden überflutet und es kam zu einem Abbruch der Vorrunden. Am Nachmittag konnten die Wettbewerbe nach schweißtreibenden „Renovierungsarbeiten“ wieder aufgenommen werden. Der Freitag und Samstag waren wettertechnisch die versöhnlichsten Tage. Es gab angenehme, normale Sommertemperaturen in Frankreich und endlich Staubfreiheit.

Regen-Arena1
Überflutung – Team Arena
Regen-Arena2
Überflutung – Einzel Arena

Für Celine Schlager vom URV Allhartsberg (NÖ) war es überhaupt das erste Antreten bei einem internationalen Turnier. Für sie war es eine Herausforderung mit ihrer sehr schweren Auslosung in den Vorrunden zurecht zu kommen. Leider übertrug sich ihre Nervosität auf ihr Pferd Cooper sodass sich viele unnötige Fehler einschlichen und so den Beiden schlussendlich eigentlich verdiente Punkte für einen weiteren Aufstieg fehlten. Die Beiden beendeten das I-Finale in der U17 auf dem dritten Platz (53. Gesamtrang).

Michael Pernkopf vom Reitverein Mounted Games OÖ (OÖ) ging mit seinem jungen Pinocchio an den Start. Für die Beiden war es wichtig, die Spiele ruhig anzugehen, so dass sich das Pferd an den Trubel und die dortigen Gegebenheiten gewöhnen konnte. Michi erlebte so manches Highlight mit Pino. Der klassische Zaumzeug-Auszieher durfte dabei jedoch nicht fehlen. Nach Einfangen und Zaumzeug wieder anlegen, beendeten die Beiden ihr Spiel nicht einmal als Letzte :-). Insgesamt schaffte Michi den Einzug ins H-Finale. Im Finale der U17 mussten sich die Beiden jedoch der Konkurrenz geschlagen geben. Sie beendeten das H-Finale auf dem 6. Platz (50. Gesamtrang).

Sarah Ladendorfer, ebenfalls vom Reitverein Mounted Games OÖ, ging mit ihrem erfahrenen Connemarapony Lulus Ollie an den Start. Die Beiden sind ein wunderbar eingespieltes Team und auch bereits international erfahren. Die Beiden hatten mit einer extrem schweren Auslosung und der Hitze in dieser Woche zu kämpfen. Die Beiden wären eigentlich viel weiter vorne als im Mittelfeld zu erwarten gewesen. Leider entschieden die Punkte nur für das H-Finale. Im Finale waren sie jedoch eine Klasse für sich und zeigten alle, dass sie bei Weitem besser als die Konkurrenz waren. Sie beendeten das H-Finale als klare Sieger (45. Gesamtrang). Gratulation zum Sieg im H-Finale.

Marvin Lorenz vom Reitverein Mounted Games OÖ, einer der jüngsten internationalen U17-Reiter, landete mit seiner Haflo-Araber Stute Fantaghiro in den ersten beiden Vorrunden auf den 28. Zwischenrang. Die entscheidende dritte Runde brachte schlussendlich als 15. den erhofften Semi-Finaleinzug. Das Semi-Finale der besten 16 Reiter fand am Donnerstag-Abend bei Flutlicht gemeinsam in zwei Gruppen statt. Es spielten zuerst die ersten 8 Reiter und dann gleich im Anschluss die zweiten 8 Reiter. Nach jedem Spiel wurde gewechselt. So waren die Punkte nach jedem Spiel vorhanden und der Head-to-Head Vergleich sofort gegeben. Aufgrund der massiven Regenfälle am Vormittag und des massiv beeinträchtigten Bodens mussten Finalspiele in letzter Sekunde geändert werden. Leider fiel dabei auch das für Marvin und Fanta so beliebte Spiel „Toolbox“ sprichwörtlich ins Wasser. Sie beendeten das Halb-Finale der diesjährigen Europameisterschaft in Frankreich auf dem hervorragenden 10. Gesamtrang, nur um 4 Punkte vom Finale entfernt. Eine beachtliche Leistung für Marvin sich unter die Top-Ten der besten europäischen Reiter einreihen zu dürfen. Wir gratulieren sehr herzlich.

Am Mittwoch begannen nach den Vorrunden der Einzelreiter dann die ersten Runden für die Team-Reiter. Erstmals in der österreichischen Geschichte war ein U12-Team am Start eines internationalen Turniers. Die vier Mädels und ihre Ersatzreiterin schlugen sich wacker in dem sehr gut aufgestellten Teilnehmerfeld. Die vorderen Plätze waren natürlich den langgedienten Teilnehmerländern reserviert. Doch die Mädels schlugen sich tapfer von einer Session zur nächsten. Ab der vierten Runde dann zeigte sich unseren Mädels, dass sich unermüdlicher Einsatz lohnt und so konnten sie erstmals die Schotten auf den hinteren Platz verweisen. Den nunmehr sechsten Platz ließen sich die Mädchen dann auch nicht mehr nehmen und verteidigten ihn kämpferisch. Am Samstag durften die Mädchen mit einem sehr verdienten sechsten Platz und sehr viel Erfahrung nach Hause fahren.

Im Anschluss an das U12-Team kämpfte das U14-Team in Frankreich um ihre Punkte. Die fünf Mädchen konnten aufgrund des Trainermangels und der Anreisewege für Marie Hofer und Emma Hüthmayr leider nicht sehr oft gemeinsam trainieren. Auch waren die einzigen beiden erfahrenen Mounted Games Reiterinnen Marlies Brandner und Verena Mascher mit ganz jungen und unerfahrenen Ponies am Start. Bei dem Team stand nur Erfahrung sammeln im Vordergrund. Ein Wettstreit war bei diesem starken Teilnehmerfeld noch nicht möglich. Die Mädchen und ihre Pferde gaben dennoch ihr Bestes. Nach dem starken Regen am Donnerstag Morgen konnte Lilli Mayer am Freitag leider krankheitsbedingt nicht an den Start gehen. Die Startaufstellung musste daher auf jedes Spiel von Neuem abgestimmt werden. Am Freitag Abend passierte dann Marlies beim Founders Race ein Unfall. Sie stolperte beim Abspringen in eine kaum sichtbare Vertiefung und musste mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung im Krankenhaus genauer untersucht werden. Das Team konnte die letzten beiden Spiele, aufgrund der fehlenden Reiterin, nicht mehr mitspielen. Marlies durfte das Krankenhaus nach der Kontrolle – noch in der Nacht – wieder verlassen. Ein Reiten am Samstag war ihr aber noch nicht erlaubt. Lilli war am Samstag wieder so weit fit, dass das U14-Team die letzte Session bestreiten konnte. Die tapferen Mädchen belegten am Ende den tollen siebenten Gesamtrang.

Wir danken allen mitgereisten Supportern und Eltern für ihre Unterstützung vor und während der Europameisterschaft in Frankreich. Das Camping am Gelände war aufgrund der etwas chaotischen Organisation und der extremen Wetterbedingungen eine echte Herausforderung. Gemeinsam wurde jede Challenge angenommen und jedes aufgetretene Problem aufs Beste gelöst. Es wurde nie langweilig am Gelände und auch der Spaß kam dabei nicht zu kurz.

Panorama
Panorama – Zuschauertribüne

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